Greymoor ist die mittlerweile vierte Erweiterung des Online-Rollenspiels Elder Scrolls Online. Greymoor bringt drei wichtige Neuerungen: zwei neue Gebiete, eine neue Prüfung und ein neues Antiquitäten-System. Letzteres kultiviert das allseits beliebte Motto „Bares für Rares“ nun auch in Elder Scrolls Online. Flankiert wird das Update mit einer Reihe von Balance-Änderungen. Für wen sich die Rückkehr nach ESO sowie die Anschaffung von Greymoor lohnen, klären wir hier.

Hinweis: Für diesen Artikel haben wir mit einer Testversion von Elder Scrolls Online Greymoor gespielt. Der Artikel ist weder gesponsort, nocht nimmt der Hersteller oder Publisher Einfluss auf den Inhalt. Testplattform ist die PS4 Pro. Nach Möglichkeit werden wichtige Handlungs-Spoiler vermieden.

Neue Zonen, neue Story, Gramstürme und Vampirplage

Greymoor erweitert Elder Scrolls Online gleich um zwei nagelneue Zonen: Schwarzweite und westliches Himmelsrand. Schwarzweite ist die düstere „Graumoorkaverne“ unterhalb der viel klangvolleren Oberwelt des westlichen Himmselsrands. Beide Zonen sind über mehrere Aufzüge miteinander verbunden.

Ich muss hier kurz innehalten, ehe ich zu Greymoor zurück komme.

Skyrim“ ist mehr als ein Name, der hartgesottene Rollenspiel-Nerds nostalgische Gänsehaut über den Rücken jagt. Es ist ein Markenname, der inzwischen selbst über die Games-Community hinaus bekannt ist. Was mich hier in Spiele-historischer Begeisterung schwelgen lässt, ist die unverblümte, ja geradezu zugespitzte Anspielung auf Skyrim in Greymoor.

Die neue Greymoor-Zone, das „westliche Himmelsrand“, ist die direkte Übersetzung von Skyrim. Auch die Lage und Story-Bezüge sind unmittelbare Skyrim-Zitate. Das ist eine nicht ungefährliche Entscheidung. Denn Skyrim ist mittlerweile Kult und wird von Fans abgöttisch verehrt.

Greymoor muss sich damit gegen eine erdrückende Erblast behaupten. Und diese Last erdrückt die Hauptgeschichte in Elder Scrolls Online Greymoor mit voller Wucht.

Westliches Himmelsrand in Elder Scrolls Online Greymoor
Das westliche Himmelsrand ist geprägt von schroffem Gestein und einem buchstäblich kühlen Charme.

Zum Zeitpunkt dieses Reviews liegt das westliche Himmelsrand im nördlichen Teil Tamriels etwas isoliert. Die Zone grenzt unmittelbar an keine weitere. Die nächsten Zonen-Nachbarn sind im Westen das DLC-Gebiet Wrothgar und im Osten mit einigem Abstand Ostmarsch. Südlich von Greymoor liegt Kargstein. Nach Norden bildet das offene Meer eine natürliche Grenze.

Territorial liegt das westliche Himmelsrand der Greymoor-Erweiterung im Einflussbereich des Ebenherz-Paktes, versteht sich aber als unabhängig. Auf ihre Neutralität sind die Nord stolz und gerade deshalb nicht besonders gut auf den Ebenherz-Pakt zu sprechen, der – und das ist Teil der Greymoor-Story – als Gefahr betrachtet wird.

Das westliche Himmelsrand ist ein schroffes Gebiet mit viel Gestein, einigen Hügeln, aber keinen allzu störenden Gebirgen. Im Gegensatz zu Wrothgars Orsinium ist Einsamkeit, die Hauptstadt des westlichen Himmelsrands, vergleichsweise klein. Die Ortschaft überragt die Zone aus majestätischer Höhe. Anders als Orsinium kann man Einsamkeit nicht nahtlos aus der Zone durchqueren. Stattdessen wird Einsamkeit als eigene Instanz geladen, was sich möglicherweise positiv auf die Performance auswirken soll.

Nur wenige Gebirge hindern beim flotten Ritt durch die eisige Froststeppe des westlichen Himmelsrands. Die meisten Wegschreine sind sinnvoll platziert. All dies ermöglicht eine komfortable Erkundung des neuen Gebiets und die auf den ersten Blick recht kleine Zone erweist sich in der Praxis als ausgesprochen ergiebig an Erkundungsmöglichkeiten, kleinen Details und Abkürzungen.

Und ja, es ist wirklich kalt in Greymoors Welt – irgendwie unpassend zur sommerlichen Jahreszeit, in der die Erweiterung erscheint (dieser Artikel entsteht im Juni 2020). Aber ich will nicht weiter abschweifen.

So frostig wie das Gebiet sind auch die Einwohner. Sture Nord halt. Sie mögen Fremde nicht besonders. Und das lassen sie einen auch unverblümt spüren. Ich finde das nicht weiter tragisch. Im Gegenteil passt das zu dieser Ecke Tamriels und zu der Art, wie sich die Nord auch sonst in Elder Scrolls Online präsentieren.

Frost und Eis in Elder Scrolls Online Greymoor
Es geht frostig zu in Elder Scrolls Online Greymoor. Bild: Screenshot ESO

Auf die zweite Zone Schwarzweite, die ebenfalls zu Greymoor gehört, komme ich in wenigen Absätzen ausführlicher zurück, versprochen!

Die für eine ESO notwendige existenzielle Bedrohung kommt aber von keinem der üblichen Rivalen (im Zweifel also den Großkönigen, die ansonsten gern ihren Dauer-Clinch kultivieren), sondern von einer anderen Partei. Gewürzt wird der Zwist mit allerlei vampirischen Zutaten, denn Vampire und die Gramstürme rund um Himmelsrand bilden das Grundgerüst der Handlung. Passend dazu werden auch die Vampir-Fertigkeiten gründlich aufgewirbelt, also neu ausbalanciert.

Gramsturm in Elder Scrolls Online Greymoor
Ein Gramsturm kündigt sich in der Dunkelmondgrotte von Greymoor an. Bild: Screenshot ESO

Gramstürme suchen Himmelsrand heim und beeinträchtigen die Einwohner in sagen wir mal spoilerneutral unerwünschter Weise. Die Hintergründe der Gramstürme, die Zusammenhänge mit außergewöhnlichen Vampir-Aktivitäten und einer bösartigen Erkrankung der Bevölkerung gilt es zu entwirren. Man könnte fast sagen wir suchen eine Art Corona-Impfstoff in und für Tamriel, wenn man die Dinge mal auf die schwierige heutige Zeit überträgt. Kurzum: Wir müssen Tamriel retten. Mal wieder.

Auf nähere Story-Einzelheiten soll hier nicht eingegangen werden, aber das ist auch nicht nötig. Denn die Greymoor-Geschichte ist deutlich loser mit dem ESO-Lore verbunden als mir das zu Elsweyr, Summerset oder Morrowind aufgefallen wäre.

Das lockere Verhältnis zur restlichen ESO-Geschichte beginnt beim Offensichtlichen, mit Lyris Titanenkind.

Lyris. Ihren Namen sollte ich eigentlich gar nicht mehr hören. Denn wie es das Schicksal so wollte, starb sie in der Hauptgeschichte von ESO. In meiner Hauptgeschichte. Durch meine Entscheidung. Ja, tut mir Leid, Lyris, ich habe dich damals geopfert.

Lyris Titanenkind in ESO Greymoor
Eine verblüffende Wiederkehr: Lyris Titanenkind, die ziemlich frisch wirkt dafür, dass sie in Greymoor eigentlich gar nicht mehr leben dürfte. Bild: Screenshot ESO

Aber wie kommt Lyris jetzt nach Greymoor und stapft Seite an Seite mit uns durch den Schnee, als wäre nie etwas passiert? So munter und am Leben und so völlig losgelöst von allem, was damals rund um den Propheten mit ihr geschah? Sie verrät es nicht und hinterlässt mich ratlos.

Ähnliche Lore-Brüche gab es zuvor in ESO, etwa mit Sai Sahans Comeback im Dragonhold-DLC-Prolog sowie in Elsweyr oder dem Propheten Varen Aquilarios in Orsinium. Alle drei Figuren sind potenzielle Opfer in der Hauptgeschichte von ESO und damit ebenso potenziell… tot. Sie wieder auszubuddeln wirft Kollisionen auf, die man für die Story-Entwicklung nutzen könnte. Diese Möglichkeit verblieb in Greymoor ungenutzt.

Eine solche Wiederholungstat ist kein optimaler Start in die Geschichte von Greymoor. Der Rest der Greymoor-Story folgt dem üblichen Muster. Ein Königreich wird bedroht und muss gerettet werden. Es liegt an uns, den fremden Abenteurern, die Dinge wieder zurecht zu rücken. Dass wir mit Lyris abhängen und Lyris ihrerseits unter der Fuchtel von Jorunn dem Skaldenkönig steht, erleichtert die Angelegenheit nicht besonders.

Jorunn, der Ebenherz-Boss, steht unter den griesgrämigen Nord nicht besonders hoch im Kurs. Und das, obwohl er es ganz gut zu meinen scheint und zusammen mit den Nord gegen eine Verschwörung kämpfen möchte, die beide Seiten bedroht. Trotzdem lässt sich diese Kluft auch im Verlauf der Story nur in Teilen überwinden.

Dunkelmondgrotte in Elder Scrolls Online Greymoor
Die Dunkelmondgrotte in Greymoor ist… ganz überraschend ziemlich dunkel. Kristalle oder leuchtende Pilze sorgen für ein fahles Kunstlicht. Bild: Screenshot ESO

Auf dem Weg zum Ziel lernen wir in Greymoor nicht nur das westliche Himmelsrand ausführlich kennen, sondern machen auch noch diverse Abstecher in die Unterwelt „Schwarzweite“. Die beiden Zonen könnten unterschiedlicher kaum sein. Während das westliche Skyrim zwar schroff und kühl ist, ist es immerhin hell und recht freundlich – sofern man Schnee mag.

Schwarzweite dagegen ist eine in sich geschlossene unterirdische Welt mit eigenen Wegschreinen, Höhlen und den neuen Dolmen, auf die ich später noch zurück komme. Unten wie oben gibt es zahlreiche NPCs, für die man Botenaufgaben und ähnliche Dinge erledigen kann.

Neben-Quest in Elder Scrolls Online Greymoor
Die Waldelfin Gwendis vergibt nicht nur einen Neben-Auftrag in Schwarzweite, sondern insgesamt eine der interessantesten Quests in ganz Greymoor. Bild: Screenshot ESO

Einige dieser Quests haben einen interessanteren Verlauf als die Kapitel-Hauptgeschichte, etwa rund um die Vampirangelegenheiten der lustig-listigen Gwendis mit den wohl amüsantesten Dialogen der Erweiterung („Passt auf, wo ihr hintretet, ja? Lasst euch das von einer Waldelfin sagen: nicht alle Pflanzen meinen es gut mit euch.“). Auch der Bosskampf dieser Neben-Quest ist in seiner Mechanik anspruchsvoller und eindrücklicher als der Abschluss der Hauptgeschichte.

Obendrein laden beide Zonen ein, jeweils ein öffentliches Verlies zu erkunden und Bosse herauszufordern, die durchaus Ansätze anspruchsvoller Mechaniken zeigen. Nicht alle dieser Mechaniken sind neu, aber jede Herausforderung ist erfreulich.

Insgesamt bleibt die vergleichsweise kurze Hauptgeschichte eher blass und kann die hohen Erwartungen, die man mit „Skyrim“ verbindet, nicht hinreichend erfüllen. Besonders das Ende nach einem wenig anspruchsvollen Bosskampf hat man so in Elder Scrolls Online schon einige Male gesehen. Es wirkt nicht zuletzt unvollständig. Höhlen und Neben-Quests liegen auf solidem ESO-Niveau. Überdurchschnittlich gut gefielen mir die öffentlichen Verliese und die durchdachten Layouts der beiden Greymoor-Zonen westliches Himmelsrand und Dunkelmondgrotte der Schwarzweite.

Für den Abschluss der Greymoor-Hauptgeschichte bekommt ihr insgesamt drei Fertigkeitspunkte. Zusätzlich könnt ihr 18 Himmelsscherben in Greymoor und Schwarzweite finden, die zusammen sechs weitere Fertigkeitspunkte bescheren. Für erfolgreich absolvierte Gruppen-Bosskämpfe in den öffentlichen Verliesen gibt es jeweils einen weiteren (also insgesamt zwei) Fertigkeitspunkte. Alles in allem könnt ihr also in dieser Erweiterung 11 Fertigkeitspunkte erspielen, dafür aber auch stolze 27 ausgeben. Dazu komme ich im nächsten Abschnitt.

„Bares für Rares“ in ESO: Antiquitäten gesucht!

Die jährlichen ESO-Kapitel ergänzen das Spiel traditionell entweder um neue Klassen oder um neue Fertigkeiten:

Greymoor folgt dem Beispiel von Summerset. Es gibt also keine neue Klasse, sondern neue Fertigkeiten. Die zwei neuen Fertigkeitslinien „Ausgrabung“ und „Spähen“ (beide zu finden in der Rubrik „offene Welt“) dienen dem Zweck, Antiquitäten zu finden und auszugraben. Getreu dem Motto „Bares für Rares“ könnt ihr also mit dem Fund alter Schätze ein wenig Gold in eure Schatulle füllen oder andere hübsche Dinge für euren Charakter bergen.

Schatzjäger-Stimmung mit einem Spritzer von Indiana Jones oder Tomb Raider macht sich in Elder Scrolls Online breit!

Antiquitäten in Elder Scrolls Online Greymoor suchen
Die in Greymoor eingeführte Suche nach Antiquitäten ist eine neue Aktivität in Elder Scrolls Online. Bild: Screenshot ESO

Wie kann ich Antiquitäten finden?

Die Antiquitäten-Aktivität ist in zwei Schritte unterteilt. Um einen Schatz zu heben, muss er schließlich erst einmal gefunden werden! Genauso funktioniert das auch mit den Antiquitäten in Greymoor.

Zuerst müsst ihr in Schritt 1 Antiquitäten finden. ESO spricht von „spähen“. Um eine Antiquität erspähen zu können, benötigt ihr eine Spur. Spuren findet ihr in ganz Tamriel bei besiegten Feinden in der offenen Welt, in Dungeons oder öffentlichen Verliesen. Auch beim Ausgraben von Antiquitäten könnt ihr weitere Spuren finden. Einige Spuren gibt es in so gut wie allen Zonen als Geschenk.

Spuren im Tagebuch von Elder Scrolls Online Greymoor
Habt ihr eine Spur zu einer Antiquität gefunden, wird diese in euer Antiquitäten-Tagebuch eingetragen. Von hier könnt ihr Zone für Zone eure noch offenen Ausgabungsstücke auswählen und die Suche starten. Bild: Screenshot ESO

Mit einer frischen Spur zur Hand könnt ihr das Mini-Spiel Spähen starten. Ihr verbindet nun Kristallpunkte miteinander, um markante Schlüsselpunkte zu aktivieren. Je mehr Schlüsselpunkte ihr erfolgreich markiert habt, umso weniger mögliche Ausgrabungsstätten erscheinen auf eurer Zonen-Karte.

Findene von Ausgrabungsorten in Elder Scrolls Online Greymoor
Um eine Ausgrabungsstelle zu finden, startet dieses Mini-Spiel. Die sechs markierten Stellen stehen jeweils für einen möglichen Ort. Je mehr ihr mit Kristallen verbinden könnt, desto weniger mögliche Ausgrabungsstellen erscheinen auf eurer Karte – im besten Fall ist es nur ein einziger. Bild: mit Screenshot ESO

Das recht große Gebiet könnt ihr mit dem „Auge des Antiquars“ weiter eingrenzen. Es weist euch den Weg zur Ausgrabungsstelle, die mit einem Schimmer auf dem Boden hervorgehoben wird.

Auge des Antiquars in Elder Scrolls Online Greymoor
Sobald ihr in einem Ausgrabungs-Gebiet eingetroffen seid, könnt ihr euch mit dem Auge des Antiquars in die Richtung des Ausgrabungspunktes führen lassen. Bild: Screenshot ESO

Habt ihr eure Ausgrabungsstätte gefunden, geht es in Schritt 2 an das Heben eurer Antiquität, an die „Ausgrabung“. Mit verschiedenen Werkzeugen tragt ihr Erde Schicht für Schicht ab, bis die Reliquie freigelegt ist. Geht ihr dabei zu wild zu Werke, könnt ihr sie zerstören. Findet ihr die Antiquität nicht, ist die Ausgrabung ebenfalls gescheitert. Ärgert euch nicht. Greymoor ist nicht unfair, und lässt euch die Ausgrabung beliebig oft wiederholen.

Ausgrabung von Antiquitäten in Elder Scrolls Online Greymoor
Am Ausgrabungspunkt startet ihr ein weiteres Mini-Spiel. Mit verschiedenen Werkzeugen grenzt ihr die Ausgrabungsstelle weiter ein und tragt schichtweise Erde ab, um die Antiquität freizulegen sowie Bonus-Gegenstände zu finden. Bild: Screenshot ESO

Sowohl für das Spähen als auch für das Graben gibt es passive Fertigkeiten, die ihr nach und nach mit Skillpunkten freischaltet und eure Spür- und Grabetechnik nach und nach verfeinert. Zu beachten ist, dass diese Fertigkeiten bis zu 27 Skillpunkte verbraten – deutlich mehr als ihr in Greymoor verdienen könnt. Ihr müsst also in anderen Zonen etwas dazu verdienen, etwa durch das Sammeln von Himmelsscherben.

All das deutet das Offensichtliche an: Das Antiquitäten-System in Greymoor ist weit mehr als „glorifiziertes Angeln“, wie bisweilen zu hören ist. Es erfordert ein wenig Geschicklichkeit. Erfolg wird belohnt, Misserfolg aber auch nicht allzu hart bestraft.

Lohnt sich das Bergen von Antiquitäten?

Antiquitäten sind vielfältig. Die Bandbreite reicht von Goldgeschenken über kosmetische Items bis hin zu wertvollen mythischen Objekten. Mythische Rüstungsteile könnt ihr anlegen und im PVP oder PVE vorteilhaft einsetzen.

Ebenerz-Dwemerwolf in Elder Scrolls Online Greymoor
Den Ebenerz-Dwemerwolf können Antiquare durch das Aufspüren von Hinweisen und beharrliches Ausgraben verschiedener Einzelteile in Greymoor selbst bauen. Es handelt sich um ein exotisches Reittier. Bild: Bethesda

Obendrein könnt ihr das Reittier Ebenerz-Dwemerwolf aus einer Vielzahl von Antiquitäten zusammensetzen. Es ist erfrischend zu sehen, dass ein attraktiver Mount nicht zum Kauf angeboten wird, sondern erspielt werden kann – das ist in ESO sonst eher die Ausnahme. Des weiteren könnt ihr unter anderem Einrichtungsgegenstände für euer ESO-Eigenheim ergraben.

Die Antwort lautet also kurzum: Ja, es lohnt sich, Antiquitäten zu bergen!

Was bringen Antiquitäten für das restliche Spiel?

Es bleiben allerdings drei Punkte im Zusammenhang mit dem neuen Antiquitäten-System in Greymoor, die einen schalen Beigeschmack haben.

  1. Ihr findet Antiquitäten so ziemlich überall, also in allen Zonen von Elder Scrolls Online. In wirklich allen Zonen, nicht nur in Greymoors Gebieten westliches Himmelsrand und Schwarzweite. Das ist eigentlich zunächst gut und ermöglicht die Suche nach Relikten auch in Zonen wie Grahtwald, Deshaan oder Sturmhafen, also Zonen, die alle Spieler sowieso betreten können. Damit endet es aber nicht, sondern die Antiquitäten-Suche geht weiter in DLC-exklusive Zonen wie Goldküste oder Hews Bane. Spielern ohne Zugang zu allen Zonen von ESO bleibt der Zugang zu einigen Antiquitäten verwehrt. Das erhöht den Druck auf die Spielerschaft, mit zusätzlichem Geld entweder über ESO+ oder über Kronen-Käufe sämtliche Zonen freizukaufen.
  2. Im Gegensatz zu zusätzlichen Klassen oder passiven Fertigkeiten, die im gesamten Spiel tragende Vorteile bieten, ist das Antiquitäten-System für sich genommen vom restlichen Spiel weitgehend entkoppelt. Die Fertigkeiten dienen also nur ihrem eigenen Zweck, Antiquitäten zu bergen, und helfen beispielsweise nicht in Kämpfen.
  3. Das Antiquitäten-System ist limitiert. Sobald ihr alles in sämtlichen Zonen gesammelt habt, entfällt auch der Reiz an den Antiquitäten. Es wäre schön, wenn es nach Abschluss einer Antiquitäten-Kollektion einer Zone weiterhin zufällige Antiquitäten in verschiedener Qualität gäbe, die man beliebig oft suchen gehen könnte. So, wie das System in Greymoor eingeführt wurde, ist es nur durch neue DLC-Zonen (vorübergehend) erweiterbar.

Eine Ausnahme von dem zweiten Einwand ist die passive Fähigkeit „geschulter Blick: Schatztruhen“ im Fertigkeitsbaum „Ausgrabung“. Dieser Skill markiert Schatztruhen mit einem markanten Glühen, vergleichbar mit den Markierungen in den Handwerks-Fertigkeitsbäumen zum Aufspüren von Alchemie-Reagenzien, Eisen, Holz oder Stoffen.

Schatztruhen finden in ESO
Mit der neuen passiven Fertigkeit „geschulter Blick“ des Greymoor-Kapitels von Elder Scrolls Online markiert ihr Schatztruhen automatisch mit einem bläulich- türkisfarbenen Glühen. So findet ihr Kisten in Nischen und dunklen Umgebung sehr viel einfacher. Bild: Screenshot ESO

Besonders in dunklen Gebieten, Höhlen oder Dungeons seht ihr so markierte Schatztruhen viel besser und lauft nicht länger an ihnen vorbei. Das funktioniert überall in Tamriel, so dass diese zwei Fertigkeitspunkte eine hervorragende Investition sind – selbst dann, wenn ihr an Antiquitäten kein Interesse habt oder bereits alles gefunden ist.

Insgesamt habe ich ein Antiquitäten-System in ESO nicht unbedingt vermisst. Nun, da es hier ist, bin ich aber froh. Ich bin froh darüber, dass ich kurze Wartezeiten sinnvoll überbrücken kann. Wenn ich auf eine Prüfungsgruppe warte, kann ich nun eine Antiquität bergen gehen, statt wartend herumzustehen oder Blumen zu pflücken. Habe ich nur wenig Zeit zum Spielen oder steht mir der Sinn nicht nach nicht allzu anstrengenden Aufgaben, sind Antiquitäten ein dankbarer Zeitvertreib.

Und nicht zuletzt finde ich gut, dass man in allen normalen Aktivitäten Spuren zum Aufspüren von Antiquitäten finden kann! Das kann ich gar nicht genug betonen. Diese Gelegenheitsspieler-Freundlichkeit wäre in dem Moment vorbei, in dem Spuren nur selten in Hard-Mode-Aktivitäten droppen – zum Glück hat Zenimax davon aber bislang Abstand genommen. Ganz im Sinn des Gelegenheits-Charakters des Antiquitäten-Systems wäre zu wünschen, dass das auch so bleibt.

Bedauerlich ist, dass das Antiquitäten-System so abhängig von Zonen ist und insbesondere den Kauf von DLC-Zonen aggressiv vorantreibt. Das wirft ohne Not ein etwas zwiespältiges Licht auf diese neue Greymoor-Aktivität.

Neue Dolmen: Ritual-Stürme

Neu in Greymoor sind eine spezielle Variante von Dolmen. Es gibt insgesamt 10 Stück, verteilt über das oberirdische westliche Himmelsrand (6) sowie die Graumoorkavernen der Schwarzweite (4).

ESO nennt die Greymoor-Dolmen nicht Dolmen, sondern „Ritualstätten“. Sie funktionieren ähnlich wie die Geysire in Summerset. Sobald eine Ritualstätte aktiviert wird, erscheinen mehrere Wellen von Feinden, bis am Ende der Boss besiegt wird. Zur Belohnung gibt es Plündergut und mitunter auch eine Spur für das Antiquitäten-System.

Gramsturm in Elder Scrolls Online Greymoor
Greymoors Gramstürme kündigen sich prominent im westlichen Himmelsrand und in der Dunkelmondgrotte an. Die kegelförmigen Strudel mit dem roten Kern sind charakteristisch und schon aus großer Distanz zu sehen. Die Stürme bilden sich über 10 Ritualstätten und funktionieren ähnlich wie Dolmen. Bild: Screenshot ESO

Ganz dem Thema der Greymoor-Story folgend, bilden sich die Ritual-Aktivitäten als Stürme, die schon aus weiter Ferne durch ihre rötlichen Wirbel auffallen.

Die Greymoor-Rituale sind für größere Gruppen optimiert. Die Schwierigkeit ist vergleichbar mit den Drachenkämpfen aus Elsweyr. Es ist also empfehlenswert, nicht allein auf Ritual-Farming zu gehen.

Neue Stile, Sets

Wie bei ESO üblich, bringt auch Greymoor als neues Kapitel eine Fülle neuer Handwerksstile, mit denen ihr eure Kostüme individualisieren könnt. Darunter ist der Schwertthane-Stil, den es exklusiv nur für Käufer der Collector’s Edition gibt.

Hinzu kommt eine Vielzahl neuer Sets, die in der offenen Welt oder in der Prüfung Kynes Ägis droppen. Gerade die Prüfungs-Sets sind zum Zeitpunkt der Veröffentlichung nicht unbedingt erstrebenswert, aber möglicherweise ändert sich das zu einem späteren Zeitpunkt noch.

Neue Prüfung: Kynes Ägis

Unverzichtbarer Bestandteil neuer Kapitel ist eine brandneue Prüfung. Prüfungen in Elder Scrolls Online sind Aktivitäten für 12 Personen, sozusagen große Dungeons. Sie sind die größte Herausforderung im Spiel abseits von PVP.

Elder Scrolls Online hat zwei Typen von Prüfungen. Zum einen gibt es Prüfungen, die ich als Arena-Prüfungen bezeichne. Kennzeichnend für Arena-Prüfungen sind vergleichsweise überschaubare Räume, in die viele Bosse gepackt werden. Ohne lange Wege arbeiten sich Spieler-Gruppen an diesen Bossen ab. Der typische Wechsel von Schergen und Bossen entlang einer abwechslungsreichen Szenerie entfällt in Arena-Prüfungen. Die Anstalt Sanctorium aus dem Clockwork City DLC oder Wolkenruh aus dem Summerset-Kapitel zählen zu diesem Typ.

Den zweiten Prüfungs-Typ würde ich als Dungeon-Prüfung bezeichnen. Sie ähneln im Aufbau einem Dungeon, also einer Art Schlauch, der von einem Punkt zum nächsten führt. An den einzelnen Punkten erwartet die Gruppe je ein Bosskampf. Diese Prüfungen sind aufwendiger gestaltet, weil räumlich größer. Sie sind aber auch atmosphärisch spannender, tragen oft mehr zum Lore in ESO bei und sind grundsätzlich mein Favorit.

Sonnspitz, Schlund von Lorkhaj oder Halle der Fertigung zählen zu diesem zweiten Typ der Dungeon-Prüfungen und – zu meiner positiven Überraschung – auch die nagelneue Prüfung aus Greymoor: Kynes Ägis.

Prüfung Kynes Ägis in Elder Scrolls Online Greymoor
Der finale Boss in der Greymoor-Prüfung Kynes Ägis ist ein besonders mächtiger Vampir. Bild: Bethesda.

Die Greymoor-Prüfung Kynes Ägis führt durch eine Art Fischer- oder Piratendorf von Boss zu Boss. Die ersten Bösewichte wirken wie übermenschgroße Piraten und bearbeiten die Gruppe mit ihren jeweils speziellen Mechaniken, die auch von der Schwierigkeitsstufe abhängen. Der final Boss-Kampf gegen einen mächtigen Vampir-Lord findet abseits des Fischerdorfs in einer steinernen Boss-Halle statt.

Auf den ersten Blick wirkt die Prüfung gelungen. Die Gewichtung zwischen Schergen und Bossen scheint stimmig. Trotz des Designs als Dungeon-Prüfung sind die Spiel- und Kampfdauer nicht maßlos ausufernd.

Meines Erachtens ist auch die Entscheidung richtig, die Top-Belohnung (eine neue Erscheinung) nicht an den besonders schwierigen Veteranen-Hard-Mode zu binden, sondern den Skin für den Abschluss der Prüfung auf Schwierigkeit Veteran auszuhändigen.

Hard Modes sind gerade auf den Konsolen eine tückische Angelegenheit, weil hier keine Hilfsmittel (Add-Ons) zur Verfügung stehen und Performance-Probleme häufiger auftreten als am PC. Das macht die begehrten Skin-Runs oft zu einer haarigen Herausforderung. Greymoor findet hier meiner Meinung nach den richtigen Weg.

Balance-Änderungen und PVP

Während es am PVP kaum nennenswerte Änderungen gibt, sind die Änderungen an der Balance so vielfältig, dass ich nur einige Punkte sehr oberflächlich ansprechen kann.

Gemein haben PVP und Balance-Änderungen, dass sie für alle Spieler gelten. Sie sind im ESO Update 26 für alle Spieler enthalten. Der Kauf von Greymoor ist also nicht erforderlich.

PVP-Neuerungen in ESO Greymoor

Buff-Tränke in Elder Scrolls Online Greymoor
Einen tüchtige Buff haben die PVP-Tränke erhalten, die man in ganz Cyrodiil von Händlern mit Allianzpunkten (AP) kaufen kann. Das Brauen von Alchemie-Tränken ist damit nicht länger notwendig. Bild: mit Screenshots aus ESO

Auch die drei PVP-Änderungen, die ich hier ansprechen möchte, resultieren aus Balance-Anpassungen:

  1. Die sogenannten Buff-Tränke, also solche, die Ressourcen wiederherstellen und entweder Waffen- oder Magieschaden steigern, wurden verbessert. Ich meine damit die Tränke, die ihr bei Händlern in Cyrodiil für Allianzpunkte (AP) kaufen könnt! Es ist nicht länger nötig, Alchemiekräuter zu sammeln oder für Unmengen Gold zu kaufen, um Tränke selbst zu brauen. Alternativ könnt ihr auch die PVP-Währung AP farmen und damit eure Gelüste an nützlichen Tränken finanzieren. Ich hoffe nur, dass Spieler von dieser Möglichkeit auch gewissenhaft Gebrauch machen und nicht beginnen, sich die erforderlichen AP mit fragwürdigen Methoden zu erschummeln. Es ist davon auszugehen, dass Zenimax ein Auge auf solche Aktivitäten haben dürfte.
  2. Weniger erfreulich ist die Veränderung der Heilung im PVP. Die wurde erheblich geschwächt. Ob die Entscheidung sinnvoll war, muss sich zeigen. Wie so oft, dürften kleinere Gruppen betroffener sein als Großgruppen, die ausreichend Heilung bündeln („stacken“) können. Im Sinne der Spiel-Performance wäre es dagegen sinnvoller, große Gruppen („Zergs“) weniger attraktiv zu machen. Es ist zweifelhaft, ob Heil-Nerfs dieses Ziel begünstigen.
  3. Schließlich ist es erstmals möglich, Allianz-Wertmarken im Kronen-Shop zu kaufen. Für 2500 Kronen könnt ihr eine Marke erwerben, mit der ihr die Allianz-Zugehörigkeit eurer Spielfigur ändern könnt. Diese Möglichkeit wurde von Spielern schon lange gewünscht und ermöglicht euch nun, mit euren Freunden auch dann gemeinsam in Cyrodiils PVP-Schlachten zu ziehen, wenn euch bislang Allianz-Unterschiede zurück hielten.

Wichtige Balance-Änderungen in Update 26 (Auswahl)

Vampir-Plage in Elder Scrolls Online Greymoor
Die Vampire sind in Greymoor nicht nur eine Landplage, sondern auch für Spieler generalüberholt worden. Deshalb wurden alle Vampir-Fertigkeiten für sämtliche Spieler mit Update 26 zurückgesetzt. Bild: Bethesda

Unter den vielfältigen weiteren Balance-Änderungen in Update 26 greife ich drei heraus, die ich als besonders relevant erachte.

  1. Einhergehend mit dem Thema der Greymoor-Story wurde der Vampir-Skill-Baum komplett überarbeitet. Ich möchte das an dieser Stelle nur erwähnen, nicht näher kommentieren, da dies nicht der geeignete Ort für eine gründliche Vampir-Analyse ist. Falls ihr Vampire habt, vergesst nicht, eure Skillpunkte neu zu verteilen! Update 26 sollte sie (kostenlos) zurückgesetzt haben.
  2. Eine Vielzahl von Monster-Sets wurde in ihren Werten angepasst – und meist nach unten korrigiert. Kurzum: Monster-Sets sind weniger stark und möglicherweise sogar weniger sinnvoll als zuvor.
  3. Die Waffen der Mahlstrom- und Drachenstern-Arena erhaltet ihr ab sofort bereits in der normalen Schwierigkeit. In der Veteranen-Schwierigkeit erhaltet ihr stattdessen perfektionierte Mahlstrom- und Drachenstern-Waffen mit zusätzlichen Werten. Beachtet bitte, dass eure alten und vor Update 26 erworbenen Waffen nicht automatisch auf perfektionierte Exemplare aufgewertet wurden. Ihr müsst die stärkeren perfektionierten Varianten neu farmen. Dies ist eine der umstrittensten Entscheidungen an Update 26 und hat viele Veteranen, die viel Zeit in das Sammeln ihres Waffen-Arsenals gesteckt haben, schwer verärgert. Perfektionierten Waffen unterscheiden sich nur im zusätzlichen Bonus-Wert von ihren normalen Gegenstücken. Optisch sind sie identisch, was bedauerlich ist. Eine technische oder inhaltliche Überarbeitung – mit etwaigen Bugfixen – von Mahlstrom- oder Drachenstern-Arena erfolgte meines Wissens nicht.
Perfektionierte Mahlstrom-Waffe in Elder Scrolls Online Greymoor
Update 26 verändert den Drop von Mahlstrom- und Drachenstern-Waffen. Die alten Waffen gibt es ab sofort für den Abschluss der Mahlstrom- und Drachenstern-Arena in Schwierigkeit „normal“. Auf Schwierigkeit „Veteran“ droppen die im Bild gezeigten neuen perfektionierten Mahlstrom- oder Drachenstern-Waffen, die eine zusätzliche Bonus-Eigenschaft mitbringen. Bild: Screenshot ESO

Technik und Performance

Gerade auf den Spielkonsolen (unser Testsystem: PS4 Pro) litt die Performance von ESO in der Vergangenheit schwer. Zum ersten Mal seit vielen Updates habe ich beim ausführlichen Test den Eindruck, dass sich etwas zum Besseren verändert. Leider – und das muss ich trotz meiner Euphorie einschränkend betonen – bezieht sich dies auf Selbstverständliches.

Verbesserungen

Ich hatte nach der Installation von Update 26 sehr viel geringere Probleme, mich in den Zonen von ESO zu bewegen. Ich meine damit hoch zu Ross auf dem Mount zügig von A nach B zu reiten. Das gilt nicht nur für die neuen Gebiete westliches Himmelsrand und Schwarzweite, sondern für alle anderen Zonen genauso.

Selbst problematische Stellen, die reproduzierbar die Framerate in die Knie gedrückt haben, ließen sich im Test auch zur Primetime mit weitgehend stabiler Framerate auch in hohem Tempo passieren.

Zu diesen Stellen zählen beispielsweise Khenartis Rast nördlich vom Tempel der trauernden Quellen, der Bereich nördlich von Orsinium in Wrothgar oder der Ausritt aus Knurr‘kha in Schnittermark Richtung Westen. Auch der Bereich zwischen Erntefurt, Burg Drakenschein und der Berstholzhöhle in Cyrodiil (wo kurioser Weise immer wieder Wetterwechsel zu Ladezeiten und Framerate-Einbrüchen führten) ließ sich im Test nun flüssiger durchqueren. In Wrothgars Hauptstadt Orsinium fällt die Framerate weiterhin, aber nicht mehr so stark.

Keine Verbesserungen

Nichts Neues gibt es dagegen in Kämpfen und in Instanzen zu berichten. Fertigkeiten reagieren nicht immer responsiv auf Kommandos, Angriffe zeigen ab und zu keine oder verspätet Wirkung oder Figuren schnellen manchmal wie am Gummiband über das Spielfeld.

Dieser unerfreuliche Eindruck stellt sich in sämtlichen Bereichen des Spiels ein: von Cyrodiil über die Arenen, Prüfungen, Dungeons bis Höhlen und öffentliche Verliese. Selbst in den offenen Zonen können Bodenfertigkeiten versagen.

Textur-Bug in Elder Scrolls Online Greymoor
Mitunter laden die Texturen nicht vollständig in Elder Scrolls Online wie hier in der Hauptstadt Einsamkeit im westlichen Himmelsrand. Bild: Screenshot ESO

Nach wie vor laden Texturen mitunter nicht nach. Das Problem lässt sich durch ein Aus- und erneutes Einloggen oder einen Neustart des Spiels beheben.

Greymoor-spezifische Probleme

Zu gehäuften Problemen kam es während des Tests auch rund um die neuen Rituale in Greymoor. Verzögerungen bei den Fertigkeiten gesellten sich zu Audiostörungen oder komplettem Audioausfall. Mitunter spawnten Rituale auch nicht oder wurden nicht korrekt beendet.

Immer wieder hatte ich Probleme beim Anvisieren von Gegnern in den Höhlen des westlichen Himmelsrands oder in Schwarzweite. Sie waren schlichtweg nicht angreifbar, beispielsweise in der Höhle „Mittnacht-Hügelgrab“ (Schwarzweite). Ihrerseits hatten die NPCs kein Problem, mich mit Pfeilen zu bearbeiten und mir das Vorankommen mit den Quests zu erschweren. Eine Quest musste obendrein wiederholt werden, weil Quest-Markierungen fehlten.

Das nagelneue Antiquitäten-System in Greymoor ist auch nicht ganz frei von Ungereimtheiten. Mitunter musste ich die Suche nach Antiquitäten durch einen Neustart des Spiels wiederholen, weil die Fundstellen anders nicht eingeblendet wurden oder das Auge des Aniquars gar nicht oder nicht korrekt funktionierte. Die grafische Abbildung beim Ausbuddeln der Artefakte ist teils irreführend oder fehlerhaft und führt bisweilen zu inkonsistenten Ergebnissen: Sieht man auf dem Bildschirm eine Antiquität scheinbar vollständig freigelegt, sieht es das Spiel mitunter anders.

Es gibt – von Zenimax im offiziellen Forum bestätigte – Fehler bei der Droprate oder Drop-Fähigkeit von Spuren, die zu bestimmten Antiquitäten führen. Dies soll mit einem baldigen Update behoben werden.

Einige Texte in ESO Greymoor enthalten in deutscher Sprache vertauschte Wörter, fehlerhafte Umlaute oder andere kleinere grammatikalische Fehler. Auch einige Symbole in der Bibliothek fehlen und werden durch Platzhalter ersetzt.

Grafik-Bug bei der Anzeige von Büchern in Elder Scrolls Online Greymoor
Fehlerteufel: Einige Einträge in der Bibliothek haben noch keine eigenen Symbole. Bild: Screenshot ESO

Ob Bug oder Feature kann ich nicht sagen, aber einige Dialoge der Haupt-Story schienen mir nicht gut abgestimmt. Die Emotionen fussten nicht immer korrekt aufeinander, was ein wenig dramaturgischen Feinschliff vermissen lässt.

Beim Versuch, gestohlene Waren in Verstecken zu verkaufen, kam es reproduzierbar zu UI-Fehlern. Auch dieser Fehler soll in einem Update behoben werden, wie Zenimax-Mitarbeiter im offiziellen Forum bestätigt haben.

Hehler-Bug in Elder Scrolls Online
Update 26 von Elder Scrolls Online macht den Verkauf gestohlener Gegenstände unmöglich. Der Versuch wird reproduzierbar mit dem im Bild gezeigten UI-Fehler quittiert. Bild: Screenshot ESO

Alles in allem gibt es in Greymoor noch eine Reihe von kleineren und größeren Kinderkrankheiten, die hoffentlich bald ausgeräumt werden. Ein wenig mehr Test wäre sicher nützlich gewesen, andererseits sind die Umstände rund um die Veröffentlichungsphase inmitten der Corona-Pandemie auch alles andere als einfach.

Versionsunterschied: normale oder Collector‘s Edition?

Greymoor erscheint in einer Standard- sowie in einer Collector‘s Edition. Letztere enthält einen gruselig-coolen Todeshund als Reittier sowie den dazu passenden Begleiter. Das Reittier basiert auf einem Mount-Gerüst, das es in dieser Form sonst (derzeit) nicht im Spiel gibt, und ist insofern etwas Besonderes. Die Reit-Eigenschaften sind den geschmeidigen Bewegungen von Senche oder Wolf entliehen.

Todeshund der Collector's Edition von Elder Scrolls Online Greymoor
Der Todeshund ist in der Collector’s Edition von ESO Greymoor sowohl als Reittier (hier im Bild), als auch als friedlicher Begleiter enthalten. Das grimmige Design ist Geschmacksache, aber das Reitverhalten ist ähnlich geschmeidig wie von Senchen oder Wölfen. Bild: Screenshot ESO

Zudem enthält die Collector‘s Edition mit der Kugel des Magnus ein Andenken sowie die Möglichkeit, sämtliche Kleidungsstücke kostenlos mit dem Schwertthane-Stil zu versehen.

Mein Tipp: Da ESO+ in diesem Kapitel so wichtig ist wie in keinem vorherigen Kapitel, wählt bei klammer Kasse lieber die Standard-Version und zusätzlich ESO+, falls ihr nicht bereits sämtliche Zonen mit Kronen gekauft habt. Nur so könnt ihr in allen Zonen Antiquitäten sammeln und ärgert euch nicht darüber, das Antiquitäten-System nicht vollständig ausreizen zu können.

Todeshund der Collector's Edition von Elder Scrolls Online Greymoor
Käufer der Collector’s Edition von Elder Scrolls Online Greymoor erhalten den Todehund als friedlichen Begleiter sowie als Reittier. Bild: Bethesda

Fazit: Wer sollte „Greymoor“ kaufen?

Im Vergleich zu anderen Kapiteln bietet Greymoor etwas weniger für das Geld. Es gibt keine neuen Klassen, keine neuen (Kampf-) Fertigkeiten. Wer Spaß an ein wenig Indiana-Jones-Archäologie in ESO hat, kann sich im neuen Antiquitäten-System als Schatzsucher austoben und wird mit unterhaltsamer Kurzweil belohnt.

Da die Relikt-Suche irgendwann beendet ist, fehlt dem Antiquitäten-System aber der dauerhafte Spiel-Wert, den eine neue Klasse böte. Hobby-Reliktjäger sollten außerdem sicherstellen, über sämtliche Zonen des Spiels zu verfügen, um die ESO-Archäologie voll auszuschöpfen. Dass eines der Herzstücke von Greymoor auf dem Kauf weiterer ESO-Inhalte fußt, enttäuscht.

Wer Spaß am Questen hat und sich an einigen Lore-Ungereimtheiten nicht stört, kann aber bedenkenlos zugreifen. Story und Neben-Quests bieten gute Unterhaltung und werden getragen von atmosphärisch gewohnt-tadellosen Sprechern und erstklassiger musikalischer Untermalung. Auch die neuen Zonen gefallen und sind gut erkundbar. Schade nur, dass die Hauptgeschichte recht kurz und abrupt beendet ist.

Voll auf ihre Kosten dürften auch Prüfungs-Fans kommen. Kynes Ägis ist eine gut orchestrierte Wiederauflage der beliebten Dungeon-Prüfungen und eines der Greymoor-Highlights.

Technisch geht es bei ESO langsam und sehr behutsam in die richtige Richtung, auch wenn es noch viele Probleme und eine sehr hohe Dichte an Kinderkrankheiten rund um Greymoor gibt. Viele dieser Bugs sind bekannt und werden hoffentlich bald ausgeräumt. Insgesamt merkt man Greymoor an, welche Schwierigkeiten mit der Release-Situation (rund um Corona) einher gingen.

ÜBERBLICK DER REZENSIONEN
Story
Gameplay
Grafik und Atmosphäre
Musik und Sound
Technik und Fehler
Vorheriger ArtikelElsweyr im Test – Was bringt die Erweiterung neben Drachen und Nekromanten nach Elder Scrolls Online?
Jan-Hendrik Fleischer
Herausgeber von G-Zockt.DE. YouTuber, Blogger und erfahrener Games- und IT-Redakteur. Gamer, aufgewachsen mit Zak McKracken, Dungeon Master, Elite, Turrican und Maniac Mansion. Auf der unendlichen Suche nach dem einen Spiel. Dem letzten Spiel. Dem einzigartigen Spiel, das nichts mehr in den Schatten stellen kann.

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here